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Pressestimmen
 

WN So., 14.01.2018 - Prinzenproklamation in Greven

„Aus König wird Prinz Karneval“

Überraschung: Stadtprinz Johannes I. (König) und Püntemarienchen Annika (Reismann) wurden von Präsident Udo Laufmöller (links) inthronisiert. Sie rockten die Rönnehalle. Foto: Günter Benning

 

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In echten Monarchien wäre das ein Abstieg. Ein König wird nur Prinz. Aber nicht im Karneval. Johannes I. König (57) ist seit Samstagabend neuer Stadtprinz. An seiner Seite marschiert Annika Reismann (30) als neues Püntemariechen in die Rönnehalle, wo über 500 Jecken dem Ruf der KG Emspünte zur Prinzenproklamation gefolgt waren.

Von Günter Benning

Es ist ja wirklich ein Geheimnis um den neuen Stadtprinzen und sein Püntemariechen. Manfred I. Kleimeyer war im Vorfeld oft gefragt worden: „Ich habe gesagt, das Einzige, was ich weiß: Ich war vor 25 Jahren Prinz.“ Dafür gab’s nachher von KG-Präsident Udo Laufmöller auch einen Karnevalsorden.

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WN So., 14.01.2018 Vier Stunden närrisches Programm

Da flogen die Beine

 

Preisgekrönt: Die Steinenbrücker Schiffermädchen und ihre Jungs – in meist tragender Funktion – ließen es auf der Bühne krachen. Für ihre karnevalistischen Aufführungen hat die Truppe bereits nationale und internationale Preise eingeheimst. Foto: Günter Benning

Greven – Da kannste machen, waste willst. Völkerverständigung, 30-Minuten-Bustakt zwischen Greven und Reckenfeld. Und dann kommen ortsunkundige Karnevalsjecken und reißen alte Gräben wieder auf.

Von Günter Benning

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„So, dieser Witz ist was für Intellektuelle“, schnaubt da die Handpuppe Oskar von Bauchplauderer Master Me am Samstagabend in der Rönnehalle, „nichts für Reckenfelder“. Tätä!

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Aber die Reckenfelder, die hinten rechts im Saal sitzen, sind ja selbst Jecken. Sie schnauben nicht, sie lachen mit. Auch später, als die kohlenpötternde Hildegard Brömelstroote nachfragt, ob die Reckenfelder wohl der Heimleitung gesagt haben, dass sie in Greven sind. Tätä! Auch sehr lustig.

Ach, was schön, dass es die Kölner gibt, die Sitzungspräsident Andreas Holzhausen gar nicht ohne Zugabe von der Bühne lässt. „Wir kommen alle in den Himmel“, klingt es schon vor der Prinzenproklamation. Dann lassen es die „Frönde“ krachen. „Wir sind alle nur Menschen – und in jedem steckt ein kölsche Jeck“, posaunt die Stimmungsband heraus.

Die hat ein ausklappbares E-Schlagzeug im Gepäck. Und echt staunenswert ist, wie ihre drei Rowdys die Bühne auf- und wieder abrüsten für den Profi-Auftritt. Der nächste Auftritt ruft bereits.

Das Publikum ist bunt und gemischt. CDU-Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek ( CDU) erschien im gelben Clownskostüm, Entspannung zum Berliner Koalitionsgeburtskampf. Neben ihr Jürgen Coße (SPD) im blauen Einreiher. Da trägt Landrat Dr. Klaus Effingimmerhin eine Jeckenmütze. Flunkern darf man ja im Karneval, er flunkerte, als Büttkanone Brömmelstrote aus Eheanbahnungsgründen sein Jahreseinkommen wissen wollte. „12 000 Euro“, sagte Effing und guckte seine Frau an. Das war doch wohl eine Jecken-Notlüge. Oder?

Die Besucher in der fast vollen Rönnesporthalle hielt es jedenfalls von Anfang an nicht auf ihren Bänken. Man schunkelte, tanzte, stieg auf Stühle, wollte abfeiern.

Da hatten es die Wortbeiträge teilweise schon schwer. Etwa vom altgedienten Master Me, der seine Sprechpuppe Seniorenwitze vortragen ließ: „Was heißt auf Chinesisch Ladenschlussgesetz? Wattschonzu.“

Pfarrer Klaus Lunemann hatte ordentlich in die Reimtrommel gegriffen. Ohne sein Pendant Petrone (Peter Vennemeyer ist in Kur) ließ er Grevener Lokalkolorit aufscheinen. Da kam es alles vor: „die städtebauliche Augenbefeuchtung“, „das Adlerauge Thiel“, die Kirchenschließung und die Lokalpolitiker: „Und mancher rührt im falschen Saft, das kostet manchem Kösters Kraft.“

Abschluss und Höhepunkt einer langen Show waren dann die Steinenbrücker Schiffermädchen. Tolles Karnevalsballett, artistische Einlagen – super Stimmung. Für den neuen Stadtprinzen Johannes I. und sein Püntemariechen blieb da kaum etwas an der guten Laune zu drehen.

Ihr Motto: „Der Karneval ist voller Schwung, er hält uns alle fit und jung. Er bringt uns reichlich Energie, so schunkeln und tanzen wir wie noch nie. Und jetzt von den Stühlen runter – und hakt den Nachbarn unter.“

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WN So., 12.11.2017 Karnevalsauftakt im Rathaus„

Wer will schon nach Köln?!“

Anker setzen, damit jeder weiß: Nun ist die Karnevalszeit angebrochen. Das Spektakel im Rathaus dauerte handgestoppte 18 Minuten.   Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Da helfen keine Pauken und Trompeten. Die Brassband beschallt den Marktplatz, und man hört – nichts. Denn: „Der Brunnen ist so laut!“, grinsen die Musiker. Passanten hätten sich auch schon beschwert. Die neueste Provinzposse, sie ist gerade noch rechtzeitig gekommen zum Elften im Elften.

Von Stefan Bamberg

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Ein klassischer Fall von: Schwein gehabt! Der wichtige erste Gag sitzt also schon mal. Doch auch der Rest – Achtung, Wortspiel – plätschert keineswegs dahin beim schmissigen Sessionsauftakt am Samstag im Rathaus.

So schmissig, dass Bürgermeister Peter Vennemeyer – pünktlich zum Beginn der jecken Zeit im sozialen Netzwerk wieder mit Narrenkappe unterwegs – frohlockt: „Wer will schon nach Köln?!“ Der Stadtprinz jedenfalls nicht: Prinz Hubert I. (Wimber) waltet noch immer seines Amtes, fröhlich und charmant, wie wir ihn kennen und mögen. Und: Jetzt singt er auch noch. Seine Version von „O, wie herrlich ist’s zu schunkeln“ ist so dicht an der Weltklasse, dass die Band vor lauter Schreck aufhört zu spielen.

Mit Augenmaß freilich agiert der Regent beim obligatorischen Ankersetzen – passt, wackelt und hat Luft. Die Abordnungen aller städtischen Karnevalsvereine applaudieren begeistert. Emspünte, CCFfL, ReKaGe, KaKiV und die Newcomer von „KGeht noch was“ – sie sind geschlossen am Start. Dazu die langjährigen Freunde von der KG Silber-Blau Freckenhorst. Ein Auftakt ganz im Zeichen des närrischen Teamgeists.

Freilich einer mit wenig Brimborium: keine Spielchen, keine Reden, (fast) keine Bützchen und Orden – Einmarsch, Geschunkel, Ausmarsch. Handgestoppte 18 Minuten.

Ein neues Konzept, das Aktive und Fans sichtlich verzückt. Und Karnevalsmuffel zumindest nicht nervt. Zumal: Wer Bock hat, kann hinterher noch weiterfeiern. Im „Café Spontan“ begrüßen (und begießen) die Narren die neue Saison. Die Karawane zieht weiter, die Spielmannszüge vorneweg – jetzt hört man sie doch noch.

        

Foto: Stefan Bamberg

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